Die Idee für diese Reise hatte Lars Reckermann, ehemals Chefredakteur der Schwäbischen Post.
Wir Sänger saßen mit unseren Frauen an einem schönen Donnerstagabend in den Sommerferien oben an unserer Hütte. Man schrieb das Jahr 2022.
Lars war auch da. Wir haben ihn eingeladen um Danke sagen, seine Zeitung hatte unsere Feierlichkeiten zum 70-jährigen Vereinsjubiläum wohlwollend unterstüzt.
Natürlich haben wir viel gesungen. Lars war überwältigt und sagte spontan: „Ihr müsst unbedingt nach Ostfriesland. Dort gibt es so viele Shantychöre. Ostalb und Ostfriesland, das passt zusammen!“ Die Idee Ostfriesland war geboren.
Und nun waren wir oben, im Westen von Deutschland, aber im Osten von Friesland.
Am Donnerstag, 29. Juni 2025 ist unser Bus gestartet: 25 Sänger, viele Sängerfrauen, vier weitere Gäste, und vollbeladen mit Getränken.
Die Zeit verging schnell, zweimal setzte Leonard eine Singstunde hinten im Bus an: Rechts die Bässe und links die Tenöre.

Schon um 17 Uhr kamen wir im Hotel Hafenspeicher in Leer an, und schon um 17 Uhr 30 führte uns Lars, inzwischen Chefredakteur der Ostfriesenzeitung, durch das malerische Leer.

Zwischendurch schenkte Lars einen hochprozentigen Kräuterlikör aus, der uns spontan zu einem Trinklied animierte.
Zurück beim Hotel genossen wir das reichhaltige Essen. Der nette Kellner erfasste schnell, dass wir ein Bier im großen Steinkrug „Halbe“ nennen. Und bald reichte der Vorrat an Steinkrügen nicht mehr aus.
Am nächsten Tag standen die Emder Matjestage auf dem Programm. Um halb 9 war eine kleine Singstunde zum Einsingen auf unser Konzert in Emden angesetzt. Ausschlafen war also nicht möglich.
In der Generalprobe am Morgen klappte nicht alles, beim Käptn Seebär war der Text nicht sattelfest und beim Griechischen Wein waren sich die Gatarristen nicht einig. Doch Leonard strahlte Ruhe aus und war im Wesentlichen zufrieden.

Das Wetter war leicht bewölkt und windig, aber angenehm warm. Unser Busfahrer ließ uns an der zugewiesenen Stelle aussteigen.
Von dort gingen wir der Hafenmauer entlang und transportierten unsere Utensilien wie Epianao, Gitarren usw. zur Bühne 1, wo uns der Organisator der Emdener Matjestage, Wilhelm Eilers, einen Container zuwies.
Außerdem erhielt Lothar Gutscheine für drei Getränke je Sänger, einzulösen am Veltins-Stand. Auch Veltins kann man trinken, stellten wir nüchtern fest.

Manchem schmeckte schon das erste Matjesbrötchen. Der Preis war ok: 4€.
Matjes gab es an jeder Ecke. In einem nahen Restauran sogar mit Bratkartoffeln. Da kommt sogar der Schwabe ins Grübeln.
Unsere Nervosität war spürbar. Vor unserem Auftritt um 15 Uhr 30 brachte uns eine Grachtenfahrt auf andere Gedanken.



WIr fuhren durch verschiedene Kanäle, vorbei an schönen Villen und durch eine von Hand betriebene Schleuse. Gegen 14 Uhr gingen wir wieder im Emdener Hafen von Bord, unweit der Bühne I am Rathaus. Dort lauschten wir noch den „Blauen Jungs“ aus Aurich mit ihrem charmant witzigen Moderator.
Ihnen folgte laut Anzeigetafel inclusive Rechtschreibfehler der
„Männergesangvereins MGV Röthardt“
Nach unserem vom Winde verwehten Auftritt schlenderten wir nun durch das große Fest und horchten den Shantychören. Mancher Sänger gönnte sich zum Bier noch einmal Matjes. Um 18 Uhr wollten wir uns zur Heimfahrt wieder am Bus treffen. Unsere jungen Wilden jedoch hatten noch nicht genug, blieben auf dem Fest und wollten mit dem Zug zurück nach Leer fahren. Einer hatte in der Bahn-App auch gleich den passenden Zug gefunden. Dass dieser am Wochenende nicht fährt, ging in der Euphorie unter. So brachte ein Taxi die jungen Wilden zurück ins Hotel Hafenspeicher.
Beim Frühstück am nächsten Morgen sah man viele müde Gesichter. Geplant war für diesen Tag eine kleine Rundfahrt. Zunächst konnte man aber auf eigene Faust die schöne Stadt Leer erkunden und dabei durch den gut besuchten Wochenmarkt flanieren.

Um halb 11 wartete Ewald schon am Bus. Er wollte uns als Führer an diesem Tag die Geschichte und die Schönheit des westlichen Teils von Ostfriesland näher bringen.






